| Zweiter Studienbesuch in den Niederlanden zum Thema Antifaschismus beendet |
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| Geschrieben von Alex Gorin | |
| Donnerstag, 3. November 2011 | |
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Ein
zweiter Studienbesuch in den Niederlanden zu den Themen Antirassismus
und Antifaschismus endete letzte Woche. Die drei Organisationen
European Network Against Racism ('UNITED for Intercultural Action'),
International Youth Human Rights Movement ('YHRM') und Youth Network
against Racism and Intolerance ('YNRI') ermöglichten diesen
Studienbesuch junger russischer Menschenrechtsaktivisten.
So wie auch im letzten Jahr lag der Schwerpunkt des Besuchs darauf, sich mit neuen Techniken und Strategien antifaschistischer und antirassistischer Aktionen zu befassen und außerdem Erfahrungen zivilgesellschaftlichen Engagements in Russland und in den Niederlanden zu vergleichen. Die Teilnehmer waren einerseits Aktivisten, welche in Russland verschiedene antifaschistische und antirassistische Initiativen entwickeln, sowie weitere Partner und Berichterstatter des Youth Human Rights Movements in Moskau, Volgograd und Voronezh. Diese tauschten sich aus mit Vertretern niederländischer NGOs (das Netherlands Helsinki Committee, Global Human Rights Defence, Radar, die älteste bestehende LGBT Organisation COC) und lernten verschiedenste antifaschistische und antirassistische Projekte in Amsterdam, Rotterdam, Den Haag usw. kennen, welche beispielsweise auf der Bildungs- oder der politischen Ebene operieren.
Die Niederlande können auf eine eigenständige Geschichte zurückblicken, wenn es um das Entgegentreten von Diskriminierung geht, besonders zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Die Teilnehmer hörten hierzu einen Vortrag im besten historischen Museum des Landes, dem Museum des niederländischen Widerstands. Die Ausstellung des Museums zeichnet ein Bild der niederländischen Bevölkerung der 1930er, 1940er und der 1950er Jahre: wie es dazu kam, dass Tausende Bürger, hauptsächlich Juden und Homosexuelle, aus dem Land verschwinden konnten um anschließend in Konzentrationslagern ums Leben zu kommen. Oder vor welchen Wahlmöglichkeiten der Durchschnittsbürger stand, gegen den die Nationalsozialisten ja nicht direkt vorgingen, nämlich die der Kollaboration, die des Tolerierens der Geschehnisse oder die des Widerstands. Dieser Zeit ist auch die Gedenkstätte „Nie wieder Auschwitz“ gewidmet, deren in Fliesen aufgebrochene Spiegelung den zeitgenössischen niederländischen Himmel wiedergibt. Dieser Himmel wird nach dem Erlebten der Vergangenheit nie wieder derselbe sein. Die Zusammensetzung von drei rosafarbenden Granitdreiecken ist ein Monument, das zum Gedenken an homosexuelle Häftlinge von Konzentrationslagern der Nazis errichtet wurde. Das Monument ist ebenfalls ein Zeichen der Unterstützung der homosexuellen Männer und Frauen im Kampf gegen Diskriminierung und Unterdrückung. Ein weiteres Museum bewahrt die Erinnerung an die Geschichte in Form eines persönlichen Tagebuchs des jüdischen Mädchens Anne Frank, die eine lange Zeit versteckt mit ihrer Familie vor den Nazis lebte, von jemandem aus dem Bekanntenreis verraten wurde und in Folge dessen in einem Konzentrationslager zu Tode kam. In diesem Museum wurde außerdem der Zusammenhang mit zeitgenössischen Faschismus und Autoritarismus diskutiert. Ebenso lernten die Teilnehmer die Technik einen provokativen Raum für Reflexion und Diskussion über das, was in unserer Welt geschieht, zu schaffen. Sind wir uns wirklich sicher sagen zu können, dass die Schrecken die das Europa der frühen 40er Jahren durchlebte in der Vergangenheit liegen und ein Wiederkehren dieses Schreckens sei nicht denkbar? Zu betonen gilt, dass das YHRM dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Museum ein gemeinsames pädagogisches Projekt in Russland begonnen hat. Ein wichtiger Teil des Projektes ist die Wanderausstellung "Anne Frank. Die Lektion der Geschichte." Neben dem Austausch von Erfahrungen mit lokalen Initiativen und Organisationen veranstalteten die Teilnehmer eine Filmvorführung zum Thema „Moderner Faschismus in Russland“ in einem alternativen Café. Anschließend dort über die aktuelle Situation der Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in Russland diskutiert. Bürgerechtaktivisten, die Interesse an zeitgenössischen Erscheinungsformen des Faschismus in Europa zeigten, waren sehr interessiert an dem Thema. Sie stellten aktiv Fragen an die Referenten und diskutierten mit. Der Besuch war Teil einer Reihe von Studienreisen (study-visit), die gemeinsam vom YHRM und UNITED geplant wurden. Diese Reisen wiederum waren Teil des 3-Jahres-Projekts "Zivilgesellschaftliche Organisationen im Dienst der Gesellschaft: Youth Action - gegen Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, für Menschenrechte und den interkulturellen Dialog", welches im November 2009 mit der Unterstützung des MATRA-Programms des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten des Königreichs der Niederlande begonnen hatte. Informationen über die Möglichkeit sich an nächstfolgenden Austauschveranstaltungen zu beteiligen, werden später über den regulären Verteiler des YHRM zur Verfügung gestellt, sowie über die Website zugänglich sein. Informationsservice des YHRM Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst
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